So wird Ihre Vorstellung unvergesslich

„Guten Morgen. Wir sind heute 12 Teilnehmer. Da sich die meisten von Ihnen noch nicht kennen, stellen Sie sich doch bitte kurz vor.“

Eine derartige Vorstellungsrunde ist heute üblich und auch notwendig, wenn sich die Teilnehmer nicht kennen. Meist ist sie eine Pflichtübung, der nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Manche machen es kurz (Mein Name ist…, ich komme von Firma… und bin dort für… zuständig). Andere ergänzen Familienstand, Alter, Kinder. Oder gehen nahtlos dazu über, ihr Unternehmen zu beschreiben. Dabei lässt sich Gruppendruck live erleben: die erste Vorstellung prägt die folgenden. Und nach den ersten drei Personen haben die meisten Anwesenden Probleme, sich an das Gesagte zu erinnern. Unvergesslich macht sich fast keiner.

In einem Workshop mit mehr als 10 Teilnehmern haben wir deshalb nach der typischen Vorstellungsrunde eine Übung angehängt: Die Teilnehmer mussten sich einen Ball zuwerfen, der Werfer den Namen des Fängers sagen, und der Fänger das, was er noch vom Werfer wusste. Ergebnis: noch nicht mal die Namen waren im Gedächtnis geblieben. Und es betraf alle Teilnehmer, Frauen wie Männer.

Die Gründe sind vielfältig: mancher spricht zu schnell oder zu leise. Mancher Zuhörer ist abgelenkt. Vor allem aber wird wenig Spezifisches über sich selbst berichtet. Und somit eine Gelegenheit verpasst, Kommunikation zu beflügeln. Es ist wie im Sport: wenn sie etwas Eigenes und somit Unverwechselbares über sich sagen, bringen Sie sozusagen einen neuen Ball ins Spiel. Ihr Gegenüber kann die Information aufnehmen und daran anknüpfen. Die Gesprächsaufnahme wird deutlich erleichtert.

Wie gut das gehen kann, bewiesen die Teilnehmer in unserem Workshop: Auf einem Flipchart sammelten wir zunächst die üblichen Vorstellungsfloskeln und schlossen sie aus. Dann suchte jeder mindestens einen für sich passenden, authentischen und zugleich (be-)merkenswerten Begriff oder eine Geschichte und wiederholte seine Vorstellung. Der Diplomingenieur aus der Automobilbranche (54, zwei Kinder) konnte über seine aktuelle Projektaufgabe Interesse wecken, die Leiterin einer Sozialeinrichtung, (37, verheiratet) als Organisatorin von Segeltörns, ein weiterer Teilnehmer machte seine Körpergröße auf charmante Art zum tragenden Element der Vorstellung.

Und siehe da: die Vorstellung wurde nicht nur viel prägnanter, sondern auch lebendiger. Während des gesamten Workshops konnten die Teilnehmer immer wieder in Gesprächen an die Begriffe anknüpfen.

Für Ihre eigene Vorstellungsstory können Sie das in einer Viertelstunde selbst ausprobieren: Welche Floskeln wollen Sie ausschließen? Was hören Sie gern über sich aus Ihrem Umfeld? Womit wollen Sie assoziiert werden? Schreiben Sie sich maximal drei Begriffe auf und stellen Sie sich in 30 bis 60 Sekunden vor. Ob für Vorstellungsrunden, Elevator Pitches oder Vertriebsgespräche: sich unvergesslich machen lohnt sich.