Mismailing

„Respekt, Partnerschaft, Vertrauen“: Worte wie diese findet man bei vielen Organisationen, wenn sie ihre Werte beschreiben. Für den real existierenden E-Mail-Stil scheint es jedoch einen eigenen, unausgesprochenen Kodex zu geben: die geheimen Regeln für Mismailing.

  1. Zeig den Leuten, wie fleißig Du bist: Beantworte jede Mail binnen 5 Minuten nach Eintreffen. Und lass Dir Lesebestätigungen geben.
  2. Es gibt keine unwichtigen Mails. Beantworte daher auch E-Mails, die als Information gekennzeichnet sind und in denen Du in CC stehst.
  3. Der Empfänger hat nicht geantwortet? Am besten eine zweite Mail hinterher senden. Aber diesmal mit roter Flagge, hoher Priorität und in GROSSBUCHSTABEN!!!!
  4. Überhaupt: die Feststelltaste. Verwende sie täglich. Die Empfänger sollen merken, was wichtig und dringend ist. Deine Mails nämlich.
  5. E-Mails bieten Platz ohne Ende. Lass Dir also nicht den Vorwurf machen, Du hättest Details ausgelassen. Menge ist viel wichtiger als Struktur.
  6. Informationen wirken nur im Kontext der gesamten Mailhistorie. Führe Mailketten daher prinzipiell fort.
  7. Ergänze Deine Mails um möglichst viele Anhänge. Binde auch sachfremde Themen ein, das fördert die Kreativität.
  8. Gib Deinen Mails eine persönliche Note durch eigene Hintergrundbilder, Schriften und vor allem viele Emojis :-(.
  9. E-Mails sind schnell. Halte Dich nicht auf mit Anrede, Gruß, Interpunktion, Grammatik oder Groß-/Kleinschreibung. VG.
  10. Wozu mühsam Adressen suchen, wo es doch die Verteilerliste „Alle Mitarbeiter“ gibt.
  11. Nutze das BCC-Feld. Muss ja nicht jeder wissen, das Du den Chef auf dem Laufenden hältst.

Das sollte für den Anfang reichen, um Mismailing erkennen und umsetzen zu können. Anregungen für weitere Grundregeln werden gern entgegen genommen – aber nur per E-Mail.