Verbessern Sie das Informationsgefühl!

„Ich fühle mich gut informiert“ ist ein Klassiker in der Mitarbeiterbefragung. Nach aktuellen Untersuchungen teilen sich die Antworten in zwei Lager: die gefühlt gut Informierten und die schlecht Informierten.

Waaas? In Zeiten von Intranet, Social Media, Blogs, News, und nicht zu vergessen: der Mitarbeiterzeitung, fühlen sich die Hälfte der Mitarbeiter nicht gut informiert? Undankbare Bande! Wenn das der Chef erfährt, streicht er das Budget für die interne Kommunikation („Eh alles für die Katz“).

So unrecht hätte er damit wohl nicht. Wenn Mitarbeiter ihr Informationsgefühl derart zurückmelden, passen eventuell ein paar Grundannahmen nicht. Man ist als Kommunikator im Unternehmen gerne geneigt, die Fehler im handwerklichen Bereich zu suchen: Unverständliche Kommunikation, wenig Input für die interne Kommunikation, schlechte Auffindbarkeit von Inhalten, wenig Aktuelles. Stimmt, da gibt es auch so gut wie immer Handlungsbedarf.

 

Reden nützt dem Informationsgefühl

Interessanter ist aber die Frage, auf welche Informationskanäle die Mitarbeiter am wenigsten gerne verzichten mögen. Laut Studien sind es mit deutlichem Abstand die persönlichen Gespräche mit Kollegen und Führungskräften. Also bitte: mehr Kaffee-Ecken und mehr Zeit für den Austausch. Ein weiterer guter Grund: Nach Erkenntnissen von Arbeitspsychologen verbirgt sich hinter der Aussage „ich fühle mich nicht gut informiert“ häufig das Bedürfnis „ich möchte von meinem Chef wahrgenommen werden“.

Die Mitarbeiterzeitschrift braucht offenbar fast keiner für ein gutes Informationsgefühl. Das Intranet hingegen wollen die meisten Befragten nicht missen. Darin suchen die Mitarbeiter zielgerichtet Informationen, die sie für die tägliche Arbeit benötigen. Geht es aber um den eigenen Arbeitsplatz („Re-Strukturierung“, „Überstunden“), dann wollen Menschen direkt und persönlich informiert werden.

Darin liegt eine Chance für Kommunikationsverantwortliche: begleiten Sie den Informationsfluss über die Hierarchieebenen! Allein die Frage, was kommuniziert werden darf, wann und mit welchen Aussagen, bedarf erfahrungsgemäß einer genauen Festlegung und Diskussion mit den Führungskräften. Und als Kommunikationsmensch haben Sie auch die Chance, durch gute Terminabstimmung das lästige Windhundrennen zu vermeiden („der Vertrieb hat das bereits gestern erfahren“).

Klar dürfen Sie auch aktuelle Medien wie Video-Blogs nutzen. Sie ersetzen aber nicht die Möglichkeit von direkten Reaktionen. Persönliche Telefonate sind gut, Telefonkonferenzen als Ergänzung für verteilte Teams zwar in Ordnung, aber nicht ausreichend. Wer neu ist in einer Führungsrolle, braucht hierbei eventuell Anleitung durch erfahrene Kommunikatoren. Zum Beispiel, wie man sich Zeitpuffer für direkte Gespräche schafft.

Das Informationsgefühl der Mitarbeiter hängt auch davon ab, wie aktiv sich Menschen auf die Suche nach Informationen machen und wie sie verschiedene Kanäle nutzen bzw damit umgehen können. Wenn Sie die erste Webkonferenz begleiten, wird Ihnen da eventuell manches auffallen – fehlende Lautsprecher können eine Teilnahme ebenso zuverlässig verhindern wie fehlendes Make-up.