Animationen: Verblassen, Verschwinden, Vergessen

Ihr Erfolg ist unser Antrieb!
In sanften Schwüngen schwebt diese Aussage auf die leere Folie, begleitet von einem brisenhaften Gesäusel. Der Vortragende verwendet solche Animationen gerne, denn sie sind „eine hervorragende Möglichkeit, wichtige Punkte hervorzuheben, den Informationsfluss zu steuern und das Interesse Ihres Publikums an Ihrer Präsentation zu steigern“. Sagt zumindest der Hersteller der Präsentationssoftware.

Das Publikum hat da seine eigene Sicht: drehende Texte, bunte Farben, pulsierende Darstellungen schaffen genau das Gegenteil – sie lenken vom Inhalt ab. Und selbst wenn das bei manchen Präsentationen mangels Inhalt nicht schlimm sein mag, sollten Sie für Ihre eigenen Vorträge auf Animationen verzichten. Nicht nur nutzen sie sich sehr schnell ab, sie können das Publikum auch gewaltig nerven. Da hilft dann auch kein Wechsel von Powerpoint zu Prezi oder anderen Werkzeugen.

Es lohnt sich dagegen, die üblichen Bestandteile von Präsentationen – Texte, Grafiken, Bilder – auf ihre Eignung zu prüfen. Sie alle haben je nach Einsatzzweck ihre Stärken und Schwächen.

Sie wollen über einen Text sprechen, z.B. aus Gesetzen, Normen der anderen Quellen? Dann ist es sinnvoll, den jeweiligen Paragraphen auf die Folie zu schreiben. Oder Auszüge daraus, falls der Platz bei Verwendung einer Mindestschriftgröße von 18 Punkt nicht reicht. Ein Nachteil der Textorientierung: sie verführt dazu, den Vortragstext komplett niederzuschreiben. Folientext und gesprochenes Wort sind dann identisch, der Vortragende wird zum Vorleser.

Diagramme eignen sich, wenn Sie z.B. eine Rangordnung (Tabelle), einen Überblick zu Daten (Spinne/Radar), eine zeitliche Entwicklung (Linien) oder einen Vergleich (Matrix) zeigen wollen. Die Darstellung von Zahlen und Werten kann Transparenz schaffen und Vertrauen bilden. Allerdings laden Sie möglicherweise zu Diskussionen und anderen als den von Ihnen bezweckten Interpretationen ein. Achten Sie darauf, dass Ihre Diagramme sich weitgehend selbst erklären, sonst sind sie nicht das beste Mittel zur Darstellung. Und sollte sich ein Diagramm auf eine einzige Aussage reduzieren lassen, wirkt es langweilig.

Bilder können in kürzester Zeit komplexe Informationen transportieren. Nehmen Sie an, Sie wollen Ihr Produkt oder Dienstleistung den Anwendern, Servicekräften oder Vertriebspartnern aus mehreren Ländern vorstellen. Nur mit Sprache bzw. Schrift würde dies zu enormen Schreib-, Übersetzungs- und Leseaufwänden führen. Mit wenigen Bildern (vorher – nachher, richtig – falsch) können Sie nicht nur die gewünschten Informationen übermitteln, Sie wirken damit auch möglichen Missverständnissen entgegen.

Für Bilder spricht auch, dass sie in der Regel besser erinnert werden und Emotionen wecken können. Reine Bildvorträge vermitteln wenig inhaltliche Struktur zu einem Vortrag, sprich: das Publikum wird weniger deutlich durch eine Agenda geführt. Wenn Sie also einen Vortrag ausschließlich mit Bildern begleiten, sollten Sie diese Struktur als Redner schaffen können. Auch sind reine Bildvorträge eventuell nicht als Handouts geeignet.

Fazit: Wenn Sie einen Vortrag vorbereiten, kümmern Sie sich um die drei wesentlichen Aspekte: erstens den Inhalt, zweitens die Verständlichkeit und drittens die geeignete optische Darstellung. Animationen verhalten sich dagegen zur Präsentation wie Heckspoiler zum Familienauto – kann man machen, sieht blöd aus und bringt nichts.